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Malteser in Solingen und Remscheid

Neunte Malteser Romwallfahrt mit Behinderten

Pilgerfahrt der Malteser

08.06.2008
Vom 1. bis 6. Juni fand die inzwischen neunte große Malteser Romwallfahrt statt. Auch dieses Jahr waren wieder an die tausend Teilnehmer, darunter 330 Menschen mit Behinderung, aus ganz Deutschland in der Heiligen Stadt. Höhepunkt im Programm der Reise war die Papstaudienz am 4. Juni.

An der Wallfahrt nahmen auch vier Helferinnen und Helfer aus Solingen teil. Sie waren eingesetzt im Notfallteam, in der Logistik und im Fahrdienst. Durch ihren Einsatz, wozu auch das nächtliche Reparieren von Rollstühlen zählte, trugen auch sie, jeder auf seine Weise, zum Gelingen der Wallfahrt bei.

Am 1. Juni waren die Pilgerfahrer auf ihrem Weg in die ewige Stadt, als sie eine aufgeregte Menschenmenge bemerkten. "Ein ca. 30-jährige Amerikaner lag leblos am Straßenrand einer der großen Ausfallstraßen Roms, kurz vor unserem Hotel", erklärt Dr. Christian Hönemann, der diensthabende Arzt im Bus aus Oldenburg. "Wir haben direkt gehalten und konnten den jungen Mann erfolgreich reanimieren". Der Seminarist wurde sofort ins Krankenhaus gebracht und befindet sich außer Lebensgefahr.

"Die Arbeit der Malteser für und mit den behinderten Menschen ist unglaublich wertvoll und wichtig," so Papst Benedikt XVI. zu Weihbischof em. Klaus Dick, Malteser Bundesseelsorger, während der Generalaudienz auf dem Petersplatz. Die rund 1000 Malteser jubelten dem Oberhaupt der katholischen Kirche begeistert zu. "Das hier war einfach ein wunderschönes Erlebnis. Ich habe laut Benedetto gerufen," so eine Rollstuhlfahrerin. "Es war total ergreifend. Das Mandala, das ich für den Papst gemalt habe, hat er tatsächlich auch bekommen," so eine andere Teilnehmerin mit Behinderung.

Der jüngste Teilnehmer der Wallfahrt ist fünf Monate alt und bekam einen Kuss von dem Heiligen Vater. Insgesamt nahmen 329 kranke und behinderte Menschen an der einwöchigen Pilgerfahrt der Malteser, die am Samstag endete, teil. Die Generalaudienz am Mittwoch zählte dabei zu den Höhepunkten.

Mit rund 1.000 Teilnehmern und 29 Reisebussen aus dem gesamten Bundesgebiet zählt diese Sternwallfahrt zu einer der größten ihrer Art. "Das war eine tolle Atmosphäre auf dem Petersplatz. Ein echtes Zeichen kirchlicher Gemeinschaft," betont Johannes Freiherr Heereman, Geschäftsführender Präsident des Malteser Hilfsdienstes und Leiter der Wallfahrt. Heereman zeigte sich sehr bewegt über die gute Stimmung unter den Malteser Pilgern.

Heilige Messe zum Ausklang der Romwallfahrt

Zum Ausklang der Malteser Romwallfahrt fand am Donnerstag eine Heilige Messe mit anschließendem abendlichen Fest auf dem Aventin statt. Dort konnten die Rollstuhlfahrer nicht nur durch das berühmte Schlüsselloch über Rom hinweg auf den Petersdom schauen. Sie hatten die Möglichkeit eben durch dieses Tor hindurch auf dem Kiesweg in Richtung Petersdom zu fahren und den Ausblick zu genießen. Selbstverständlich gab es neben Wein und italienischen Spezialitäten auch Livemusik.

Die Ausflüge, Heiligen Messen und das Fest sind nur möglich, weil es viele Malteserhelfer gibt, die sich während der gesamten Wallfahrt in verschiedenen Bereichen engagieren, sei es in der Pflege, als Hausleiter, im Serviceteam oder in der Logistik. Vier Solinger Helfer bildeten gemeinsam mit zwei weiteren Helfern das Logistikteam, dessen Aufgabe es ist, dafür zu sorgen, dass sämtliche benötigten Materialien vor Ort sind und sie zu verteilen. So bekamen alle Busse z. B. jeden Morgen eine ausreichende Menge an Trinkwasser für den Tag. Gerade bei sommerlichen Temperaturen ist es wichtig, dass ausreichend getrunken wird und das gilt sowohl für die Rollstuhlfahrer als auch für die Helfer.

Dass der ein oder andere Rollstuhl einen Platten oder einen anderen Defekt bekam, ist bei den schlechten Straßen Roms und dem vielen Kopfsteinpflaster nicht weiter verwunderlich. Daher reparierte das Logistikteam teilweise bis tief in die Nacht defekte Rollstühle. Da nicht alle Ersatzteile mitgeführt werden können, schließlich gibt es ungefähr so viele verschieden Modelle wie Rollstuhlfahrer bei der Wallfahrt teilnahmen, war Einfallsreichtum gefragt. Da mussten auch mal Kabelbinder oder Schlauchschellen herhalten. Die Rollstühle konnten jedenfalls auch nach solch einer provisorischen Reparatur benutzt werden.

Weitere Bilder dieser Wallfahrt finden Sie in unserer Mediathek.

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